Tricky trifft die South Rakkas Crew – und alle haben Spaß

Da weder Amazon noch JPC mir zur Zeit die Freude neuen Vinyls gönnen und mich bei meinen Schallplatten-Bestellungen von Woche zu Woche vertrösten, will ich Euch von einem Album berichten, das zwar schon vor ein paar Monaten als Rille in Vinyl gepresst wurde – es könnte aber tatsächlich ein richtiger Party-Burner werden und damit auch eine wichtige Rolle im kommenden Sommer spielen.

Wir drehen mal am Rad der Zeit und begeben uns in die 90er Jahre zurück. Dort wurde Tricky als Mitmusiker der Gruppe bekannt, auf deren neues Superalbum ich immer noch warte – Massive Attack.  Er produzierte mit den Bristolern die Alben „Blue Lines“ und „Protection“ – zwei Meilensteine in der Musikentwicklung und für den Trip-Hop. Als er sich von Massive Attack trennte, ging er seine eigenen Wege mit seinem ersten Solo-Album „Maxinquaye“. Von diesem sind mir zwei Tracks in mein Musikgedächtnis eingebrannt worden. Da ist zum einen Overcome – düsterster Trip-Hop und zeitlos schön. Zum anderen blieb Black Steel mit seinen schnelleren und rockigeren Einflüssen im Kopf. Mit dem Track auf einer Kassette, diese in einem Walkman und den Kopfhörer dicht auf den Ohren möchte ich gerne einmal quer durch Camden-Town rennen. Das gäbe bestimmt einen guten neuen running Clip 😉

Gut. Soviel zu Tricky, obwohl es zu ihm noch soviel zu sagen gäbe…

Die South Rakkas Crew – ehrlichgesagt – war mir vor dem Album völlig unbekannt. Auf „Tricky meets South Rakkas Crew“ war dann aber klar, dass Tricky sich nicht irgendeinem dahergelaufenen Musiker auf Schallplatte verewigen lässt. Es handelt sich um ein Musikerkollektiv aus den Staaten, die ihre Musik basslastig, schnell und raggae-mäßig mögen. Kurz – sie machen Musik irgendwas zwischen Dancehall, Raggae und Ragga.

Insofern schreien die Tracks förmlich danach, betanzt zu werden. Die erste Party, auf der ich „Baligaga“ aufgelegt habe, wurde trotz forschen Tempos ordentlich und bei gleichbleibender Spannung getanzt. Das klappt! Wem das zu schnell ist, der möge doch bitte auf die auch mitgepresste Dub-Version zurückgreifen. Gleicher Text – langsamere Beats.

Aber auch Booty-Shakin‘ Tracks wie „Coalition“ animieren dazu, sich in heißen Räumen so rythmisch wie eben geht zu bewegen 🙂 Manche Tracks erinnern manchmal erschreckend an Sean Paul – aber der ist ja schließlich auch nicht so schlecht.

Zur Schallplatte selber: Die Verarbeitungsqualität ist Ok. Es handelt sich um die Übliche Verteilung von 10 Tracks auf vier Plattenseiten. Das ist natürlich unkomfortabel, weil man nach spätestens drei Stücken aufstehen und die Platte drehen muss. Aber – und das hat wieder etwas mit den physischen Eigenschaften einer Schallplatte zu tun – dadruch sind die Rillen breiter und haben damit mehr Platz, die Bässe in einer fantastischen Lautstärke wiederzugeben. Je mehr Platz die Rille hat, desto weiter kann die Nadel ausgelenkt werden, desto lauter können die gespeicherten Signale sein. Das kleine „Domino“-Label hat mir dem Album aber insgesamt gute Qualität abgeliefert, so dass ich hier auch ganz klar zum Kauf des Albums raten kann. Wer eine digitale Version benötigt, wird ungefragt vom Label bedient. Auf der Shop-Sektion der Homepage lässt sich durch einen mitgeliferten Code das gesamte Album in höchster Qualität runterladen. Vorbildlich!

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„Tricky meets South Rakkas Crew“ hat das Zeug zu einem Dance-Klassiker. Zwar haben die Tracks keinen sonderlichen Tiefgang… aber wen kratzt’s, wenn man ordentlich abgehen kann 🙂

Hier kommt die Track-List:

  • Bacative
  • Joseph
  • Coalition
  • Cmon Baby
  • Cross To Bear
  • Slow
  • Baligaga
  • Numb
  • Far Away
  • Baligaga Dub

Bleibt analog!

Euer Schallplattenchecker

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