Dual 1009 – neues Kabel anlöten – DIN auf Chinch

Bevor ich meinen Dual zum ersten mal in Betrieb nehmen konnte, musste ich erst mal ein neues Kabel anlöten. Natürlch habe ich direkt Kabel mit Chinch-Steckern verwendet – für den eigentlich standardmäßigen DIN-Stecker habe ich keine Verwendung, weil meine Anlage dann doch jünger als 40 Jahre ist 😉
Meine erste naive Lösung hat auch überraschender Weise sehr gut funktioniert – ich habe billige Litzen vom Elektroniker gekauft, zwei schön vergoldete Chinch-Stecker und ein billiges Kabel für die Erdung. Alle Kabel hatte eine Länge von einem Meter. Die Signalführenden Litzen (ohne Schirmung) habe ich einfach an die Stellen des Terminals (beim DUAL 1009 „Kurzschließer“ genannt) gelötet, das Erdungskabel an die Lötfahne, wo ein kleines Drähtchen beide Massekontakte des Tonabhnehmers und der Chassis-Erde verbindet. Alles an den Vorverstärker und siehe da – es hat funktioniert. Es kamen Töne raus und ich war’s zunächst mal zufrieden.

Allerdings habe ich dann begonnen, mich mit dem Thema „Kapazität“ auseinanderzusetzen und dabei ist mir die Wichtigkeit eines hochwertigen Phonokabels bewußt geworden. Von der ganzen Theorie habe ich mir eine deutliche Qualitätssteigerung im Output meines Altertümchens versprochen. Also habe ich mir das teuerste Kabel gekauft, dass ich jemals gekauft habe: Ein „The Source“ Phono-Kabel von PhonoPhono. Dieses spezielle Kabel verfügt über zwei Leiter pro Strippe, eine Metallfolien- und eine Draht-Schirmung. Dazu ist es – nunja – einigermaßen ziemlich Dick :).

Zunächst habe ich nicht so ganz gewußt, wohin mit der zweiten Strippe – immerhin ist das alte Kabel auch mit nur einem Leiter klargekommen. Deshalb habe ich auch darauf verzichtet und den weiße Leiter kurzerhand abgeknipst – Fehler. Denn der weiße Leiter des Kabels ist für die Masse des jeweiligen Kanals der Tonarmkabel gedacht. Also zurück das ganze und ein wenig vom teuren Kabel abschneiden. Jetzt kommt einer der Knackpunkte: Wenn man bei den DUAL mit den Terminals direkt am Unterbrecher umlöten will, soll man darauf achten, dass DIN-Stecker nur einen Masse/Erdungsleiter habe (der mittlere Pin) und deshalb früher alles (inkl. Potentialausgleich) über eine zusammengeführt wurde.

DUAL Plattenspieler DIN auf Chinch umrüstenAlso haben die Brüder aus dem Schwarzwald kurzerhand eine Lötbrücke zwischen Masse-Links, Masse-Rechts und Erde gelötet. Diese Lötbrücke muss entfernt werden – ansonsten fängt es an zu brummen. Wie Ihr die Lötbrücke entfernt, zeigt das angehängte Anleitungsblatt. DUALs der 10er-Serie werden zwar nicht erwähnt – jedoch kann man die Veränderung analog vornehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Verbinden der Drahtschirmung der feschen neuen Kabel mit der Erde – denn ansonsten kommt es auch hier zum Brummern / 50Hz-Sirren. Das ist etwas fummelig – ich habe die Schirme an die Lötfahnen der alten Erde gelötet.

Das Ergebis: Erstaunlich – es müsste überall deutlicher kommuniziert werden, wie wichtig doch so ein hochreines Kupferkabel mit niedriger Kapazität ist – der Klangunterschied (ohne sonstige Änderungen am Setup) ist erstaunlich. Deutlichere Zeichnung der Instrumente, sauber aufgelöste Räumlichkeit, präsente Stimmen, weniger Verzerrung.
Ich kann beim Aufbohren älterer Plattenspieler dieses Kabel nur wärmstens Empfehlen.

Eine Frage bleibt nur: Wieso hat die Chinch-Lösung mit nur einer Litze auch mit der Lötfahne funktioniert… Wenn Ihr das wisst, dann schreibt mir doch.

Einen interessanten Thread zum Thema im New Hifi Classic-Forum findet Ihr hier:

http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=1705.0

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